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2025: Die zersägte Salome

Dr. Tobias Pfeifer-Helke, Stiftungsdirektor und Dr. Timo Trümper, Direktor Wissenschaft und Sammlungen mit dem zurückgekehrten Oberteil der Salomé., Foto: Boris Hajdukovic, 2025
Die Rückkehrerin: Lucas Cranach d. Ä. (1472–1552), Werkstatt oder Nachfolge Salome mit Johannesschüssel (Unterteil) Tempera auf Tannenholz, um 1530 Mitgift der Herzogin Elisabeth Sophie von Sachsen-Altenburg (1619–1680), Foto: Boris Hajdukovic, 2025
Das in Gotha verbliebene Fragment: Lucas Cranach d. Ä. (1472–1552), Werkstatt oder Nachfolge Salome mit Johannesschüssel (Unterteil) Tempera auf Tannenholz, um 1530 Mitgift der Herzogin Elisabeth Sophie von Sachsen-Altenburg (1619–1680), Foto: Boris Hajdukovic, 2025

Sonderausschüttung für Projekte in 2025

Nach fast 90 Jahren wieder vereint: Die zersägte Salome

Das Gemälde „Salome mit Johannesschüssel“ (um 1530, Lucas Cranach d. Ä., Werkstatt oder Nachfolge) ist seit 1644 in den Sammlungen nachweisbar und zählt zum Kernbestand der Kunstkammer auf Schloss Friedenstein. 

Auf Grundlage der damaligen Stiftungssatzung, die eine Trennung von Dubletten und vermeintlich „schadhaften“ Werken erlaubte, wurde das Gemälde 1936 an einen Kunsthändler veräußert. Vor dem Hintergrund des damals deutlich umfangreicheren Cranach-Bestands, der noch nicht durch Kriegsverluste dezimiert war, erschien das Gemälde entbehrlich. Der Händler ließ die Tafel aus kommerziellen Gründen zersägen, „…da ein tägliches Anschauen für fein besaitete Menschen unerträglich sein würde.“ Das Oberteil konnte nun als ernestinische Prinzessin angeboten werden, während der unverkäufliche Part mit dem abgeschlagenen Kopf an Gotha zurückgegeben wurde.

 

Die „Johannesschüssel“ wurde 2015 restauriert und war zuletzt 2021 in der Ausstellung „Wieder zurück in Gotha! Die verlorenen Meister“ zu sehen. Das obere Fragment von „Salome und die Johannesschüssel“ aber blieb nach einer Auktion bei Christie’s in London im Jahr 2012 verschollen – bis es 2024 erneut im Kunsthandel auftauchte.

 

Zur genauen Zuschreibung des Gemäldes an die Werkstatt oder Nachfolge Cranachs des Älteren sollen zukünftige Forschungen beitragen. 2026 ist die Restaurierung des zurückgekehrten Fragments geplant, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Restaurierung der TU Köln erfolgen soll.

 

Nun ist „Salome mit Johannesschüssel“ nach fast 90 Jahren erstmals wieder vollständig zu sehen. Zitate: „In dem Katalog zu der Ausstellung „Wieder zurück in Gotha“ (2021) heißt es in dem Artikel zu dem Gemälde „Salome mit Johannesschüssel“ noch: ‚Der obere Teil des Gemäldes tauchte letztmals 2012 im Kunsthandel auf und ist seither verschollen.‘ Diesen Absatz können wir nun umschreiben! 
Ich bin der Kulturstiftung Gotha sehr dankbar, dass sie uns den Ankauf der Salome ermöglicht hat und wir nun dank ihr beide Gemäldeteile wieder zusammenführen können.“

 

(Auszug aus der Pressekonferenz der Friedenstein Stiftung am 01. September 2025)

 

Die Kulturstiftung förderte den Rückkauf des Gemäldes mit einer Sonderausschüttung in 2025 in Höhe von in Höhe von 100.000 €. 

Eine Aufnahme des damals noch intakten Gemäldes von der Fotografin Rose Heidl vor 1936 Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Rose Heidl