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13.04.2017 - Luise Dorothea nimmt am Schlossberg Platz

Bürger stiften Denkmal für die berühmteste Frau der Aufklärung

Dabei sein am 22. April 2017, 11:30 Uhr in Gotha! Vor 250 Jahren starb Luise Dorothea, Herzogin von Sachsen-Gotha-Altenburg, Freundin von Voltaire, Melchior von Grimm oder Friedrich dem Großen, Förderin von Literatur, Theater, Wissenschaften und Illuminaten. Ihr Andenken war im Jahr ihres Todes 1767 so groß, dass unbedingt aus Frankreich eine Skulptur ihr zu Ehren aufgestellt werden sollte. Nach achtjährigen Verhandlungen über eine öffentliche Würdigung der Herzogin fiel 1775 die Entscheidung, darauf zu verzichten. Bis heute hat die Nachwelt diese Entscheidung immer wieder bedauert.

Am 21. April 2017 hat das Warten auf eine angemessene Würdigung einer Frauenpersönlichkeit, die das Jahrhundert der Aufklärung in Thüringen prägte, ein Ende, denn am Schlossberg, genau auf dem Scheitelpunkt zwischen Schloss und Stadt, wird ein Denkmal des Hallenser Bildhauers Prof. Bernd Göbel die Blicke auf sich ziehen und zu Erinnerung und Ausblick einladen.

Die Kulturstiftung Gotha gab mit 25.000 € die Initialzündung zum Denkmal. Ein Gothaer Unternehmen und 49 Männer der Stadt, die dem Aufruf des Oberbürgermeisters "Wir Männer für Gotha" folgten, haben mit ihrer persönlichen Spende bürgerschaftliches Engagement gezeigt und einer Frau die verdiente Würdigung ermöglicht. Insgesamt konnten so 37.5000 € investiert werden.

Professor Bernd Göbel, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer Deutschlands, hat eine moderne Frau auf dem Fundament ihrer Ideale erschaffen und bietet sogar zu ihren Füßen Platz, um ihr Lebenswerk in Augenschein zu nehmen. Luise Dorothea zieht aus, sie sprengt die engen Mauern des Denkens und der Hierarchien, sie pendelt zwischen Schloss und Stadt und ist doch beiden so nah.

Bernd Göbel wurde am 01.10.1942 in Freiberg (Sachsen) geboren. Nach der Lehre als Holzbildhauer studierte er an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle-Burg Giebichenstein, heute Hochschule für Kunst und Design Halle. Da lehrte er als Dozent und bis 2008 als Professor für Bildhauerei. Er lebt als freischaffender Künstler in Halle. Das Denkmal für Johann Sebastian Bach in Arnstadt, Luise von Stollberg in Werningerode oder für Ernst Wilhelm Arnoldi in Gotha sind nur einige seiner vielen Werke.

Geschichte im Stadtbild Gothas erlebbar zu machen, darin sieht die Kulturstiftung Gotha seit ihrer Gründung im Jahr 1995 ihre Hauptaufgabe und kann mit Fug und Recht für sich in Anspruch nehmen, dass jährlich rund 400 Bürger und Unternehmen mit ihren Spenden dafür sorgen, dass bisher 1,1 Millionen Euro für Kunst und Kultur in Gotha bereitgestellt werden konnten.